Frühjahrsschafbad in Fiecht – Almsommer-Start für den Seebenalp-Hirten
Ohne Frühjahrsschafbad kein Alpsommer. Erfahrene Tiere fühlen das instinktiv. Foto: Knut Kuckel
Ohne Frühjahrsschafbad kein Alpsommer. Erfahrene Tiere fühlen das instinktiv. Foto: Knut Kuckel

Frühjahrsschafbad in Fiecht – Almsommer-Start für den Seebenalp-Hirten

Das Frühjahrsschafbad in Fiecht hatte heuer einen nicht alltäglichen Höhepunkt: Johann „Hansl“ Maurer und Heinrich „Josef“ Neuner wurden für ihre Verdienste um das Schafbad Fiecht geehrt. Gewürdigt wurde auch das 20jährige Bestehen des Vereins “Schafbad Fiecht”.

Rund 30 Schafhalter aus der Region kamen mit ihren über 1100 Schafen, Ziegen und Lämmern am Samstag, dem 14. April 2018 nach Untermieming/Fiecht ins Schafbad.

Das Frühjahrsschafbad ist vom Gesetzgeber für alle Schafhalter vorgeschrieben. Die Tiere wurden mit dem Bademittel Sebacil gegen die Schafsräude und andere Krankheiten desinfiziert.

Für Gerhard Wiggins, den langjährigen Hirt und Pächter der Mieminger Seebenalpe ist das Frühjahrsschafbad zeitgleich persönlicher Dienstbeginn. „Wir haben viel zu tun. Auf der Seebenalm liegt noch hoher Schnee und spätestens Mitte Juni beginnt unser Almsommer.“

Obmann Manfred Krug führte aus, dass die beiden Geehrten zu den Gründervätern des Vereins “Schafbad Fiecht” gehören. Johann „Hansl“ Maurer war über 18 Jahre lang Bademeister und die „Gute Seele am Schafbad“. Krankheitsbedingt musste er vor zwei Jahren das Amt an Sohn Dietmar Maurer übergeben.

Heinrich „Josef“ Neuner ist zwei nunmehr 20 Jahren Kassier der Schafbader. Der 78-jährige Fiechter ist ein Urgestein der heimischen Schafwirtschaft. „Auf den Josef konnten und können wir uns immer verlassen“, sagte Manfred Krug.

Der „Josef“ hat übrigens erst im Alter von 32 Jahren am Tage seiner Hochzeit mit Traudl erfahren, dass er „Josef“ heißt. „Das waren damals politisch üble Zeiten. Für die Nazis war Josef ein jüdischer Name, deshalb heiße ich standesamtlich seither Heinrich-Josef Neuner. Kirchlich „Josef-Heinrich Neuner“. Alle nennen den „Heinrich“ aber bis heute „Josef“. Und der möchte gerne, dass das so bleibt. Am 30. April feiert der Josef Geburtstag. Dann wird er 79 Jahre. Möge es ihm über den Tag hinaus gut gehen. Und dem Maurer Hansl auch.

Bürgermeister Dr. Franz würdigte in seiner Ansprache die Leistungen des Vereins. „Für unsere Almwirtschaft seid ihr unverzichtbar. Nach dem Wegfall des Schafbades in Obermieming erspart uns die Qualitätseinrichtung in Fiecht den weiten Weg in die Nachbargemeinden.“

Unter den Gästen sahen wir u.a. auch Vize-Bürgermeister Martin Kapeller, Substanzverwalter der Seeben- und Hochfeldernalm für die Gemeinde Mieming.

Vor der Zeremonie gedachten alle dem verstorbenen Franz Jordan „Brecher“. „Wir werden den „Brecher-Franz“ nie vergessen. Er war und ist einer von uns“, sagte der Obmann im Gedenken an das Mieminger Urgestein der Almwirtschaft.

Fotos: Knut Kuckel

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Von
Knut Kuckel

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