Almenland am Miemingerberg – Alltag wetterfester Menschen
Almleute sind belastbar. Menschen aus der Stadt könnten viel von ihnen lernen. Foto: Knut Kuckel
Almleute sind belastbar. Menschen aus der Stadt könnten viel von ihnen lernen. Foto: Knut Kuckel

Almenland am Miemingerberg – Alltag wetterfester Menschen

Das Tagebuch „MiemingerAlmen“ sammelt Geschichten der Almbauern vom Miemingerberg. Sie werden Grundlage einer geplanten Dokumentation über die Menschen im Almenland des Mieminger Gebirges sein.

Inhaltliche geht es weitgehend um die Skiz­zie­rung bäuerlicher Lebensformen, die gesellschaftsprägend waren und sind.

In wenigen Büchern wird auf die Bauern in der europäischen Geschichte eingegangen. Neben anderen hat sich Werner Rösener damit beschäftigt. Der deutsche Historiker schreibt:

„Europas Geschichte steht auf den Schultern der Bauern. Sie haben buchstäblich den Boden der europäischen Kultur bestellt, die Ernährung von Stadt und Land getragen und den größten Teil der Bevölkerung gebildet. Bäuerliche Lebensformen haben jahrhundertelang die soziale Wirklichkeit geprägt.“

In meinem Buch möchte ich mich – beispielhaft für weite Teile der mitteleuropäischen Almwirtschaft – mit der Geschichte einer Handvoll Tiroler Almbauern beschäftigen. Damit auch auf die Bedeutung dieses landwirtschaftlichen Wirtschaftszweiges für unsere Gesellschaft eingehen.

Die Vorbereitungen für das geplante Buch stehen noch am Anfang. Im Blog MiemingerAlmen werden dazu Informationen veröffentlicht, die ich in den letzten Jahrzehnten sammeln konnte. Wenn man so will, meine sehr persönliche Almchronik.

Die geplante Dokumentation nenne ich „Almenland am Miemingerberg“. Ein vorläufiger Arbeitstitel. 

Entstehen soll ein Sachbuch, dass das Leben und den Arbeitsalltag der Menschen auf dem Miemingerberg spiegelt. Jener Menschen, die sich immer treu geblieben sind. Dabei sollen geschichtliche Aspekte in eine Sprache übersetzt werden, die wir alle verstehen.

Seit hunderten von Jahren gibt es die Almwirtschaft. Dokumentieren möchte ich besonders die Zeit ab dem Spätmittelalter. Konkret, dem 14. und 15. Jahrhundert, bis heute.

Mieming wird schon 1318 erwähnt. Zum damaligen Mieming gehörten die heute selbstständigen Gemeinden Obsteig, Mieming, Wildermieming und Mötz. Der „Miemingerberg“ bildete noch 1487 eine wirtschaftliche Einheit. Erst im Jahre 1833 wurde Miemingerberg in die drei politisch und steuerrechtlich eigenverantwortlichen Gemeinden Wildermieming, Mieming und Obsteig geteilt.

Menschen auf der Alm sind bekanntlich wetterfest. Auch im übertragenen Sinne. Das verbindet sie mit all den anderen Menschen, die in vergleichbarer Weise in ihrem Alltag den Naturgewalten ausgesetzt sind.

Als „Almschreiber“ haben wir über ihren Alltag in den Bergen berichtet. Geschrieben, was ihnen wichtig und unwichtig ist. Habe die Almleute in ihrem Alltag ebenso begleitet, wie an Feiertagen.

Die Bauern in Tirol und anderswo haben es nie leicht gehabt. Heute so wenig, wie in früheren Zeiten.

In Tirol wird das von vielen Almbauern als besonders schmerzhaft empfunden. Immerhin haben sie das Land im wesentlichen geprägt. Sie profitieren auch ein wenig vom Tourismus, keine Frage. Aber der Tourismus fängt erst in heutiger Zeit langsam an, sich damit zu beschäftigen.

Ohne Alm- und Waldbauern, ohne Forstwirtschaft und ohne des kontrollierten Jagdwesens, würde die alpine Landschaft Mitteleuropas zweifellos anders aussehen. 

Die Dokumentation „Almenland am Miemingerberg“ will das deutlich machen und im Idealfall mit dazu beitragen, dass wir gesellschaftlich unsere Einstellung zur Bauernschaft überprüfen.

Weblink:

„Almenland am Miemingerberg“ – Geschichten bäuerlicher Lebensformen

...danke für's WeitersagenFacebookTwitter
Von
Knut Kuckel

Kommentar verfassen