MiemingerAlmen https://www.miemingeralmen.tirol Blog der Almen am Miemingerberg Sun, 21 Jun 2020 08:57:26 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.2 https://www.miemingeralmen.tirol/wp-content/uploads/2020/04/cropped-almenland_miemingerberge_512_512.fw_-214x214.png MiemingerAlmen https://www.miemingeralmen.tirol 32 32 176167439 Almenland am Miemingerberg – Alltag wetterfester Menschen https://www.miemingeralmen.tirol/2020/04/21/almenland-am-miemingerberg-alltag-wetterfester-menschen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=almenland-am-miemingerberg-alltag-wetterfester-menschen https://www.miemingeralmen.tirol/2020/04/21/almenland-am-miemingerberg-alltag-wetterfester-menschen/#respond Tue, 21 Apr 2020 01:43:49 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=1353 Das Tagebuch "MiemingerAlmen" sammelt Geschichten der Almbauern vom Miemingerberg. Sie werden Grundlage einer geplanten Dokumentation über die Menschen im Almenland des Mieminger Gebirges sein.

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Inhaltliche geht es weitgehend um die Skiz­zie­rung bäuerlicher Lebensformen, die gesellschaftsprägend waren und sind.

In wenigen Büchern wird auf die Bauern in der europäischen Geschichte eingegangen. Neben anderen hat sich Werner Rösener damit beschäftigt. Der deutsche Historiker schreibt:

„Europas Geschichte steht auf den Schultern der Bauern. Sie haben buchstäblich den Boden der europäischen Kultur bestellt, die Ernährung von Stadt und Land getragen und den größten Teil der Bevölkerung gebildet. Bäuerliche Lebensformen haben jahrhundertelang die soziale Wirklichkeit geprägt.“

In meinem Buch möchte ich mich – beispielhaft für weite Teile der mitteleuropäischen Almwirtschaft – mit der Geschichte einer Handvoll Tiroler Almbauern beschäftigen. Damit auch auf die Bedeutung dieses landwirtschaftlichen Wirtschaftszweiges für unsere Gesellschaft eingehen.

Die Vorbereitungen für das geplante Buch stehen noch am Anfang. Im Blog MiemingerAlmen werden dazu Informationen veröffentlicht, die ich in den letzten Jahrzehnten sammeln konnte. Wenn man so will, meine sehr persönliche Almchronik.

Die geplante Dokumentation nenne ich „Almenland am Miemingerberg“. Ein vorläufiger Arbeitstitel. 

Entstehen soll ein Sachbuch, dass das Leben und den Arbeitsalltag der Menschen auf dem Miemingerberg spiegelt. Jener Menschen, die sich immer treu geblieben sind. Dabei sollen geschichtliche Aspekte in eine Sprache übersetzt werden, die wir alle verstehen.

Seit hunderten von Jahren gibt es die Almwirtschaft. Dokumentieren möchte ich besonders die Zeit ab dem Spätmittelalter. Konkret, dem 14. und 15. Jahrhundert, bis heute.

Mieming wird schon 1318 erwähnt. Zum damaligen Mieming gehörten die heute selbstständigen Gemeinden Obsteig, Mieming, Wildermieming und Mötz. Der „Miemingerberg“ bildete noch 1487 eine wirtschaftliche Einheit. Erst im Jahre 1833 wurde Miemingerberg in die drei politisch und steuerrechtlich eigenverantwortlichen Gemeinden Wildermieming, Mieming und Obsteig geteilt.

Menschen auf der Alm sind bekanntlich wetterfest. Auch im übertragenen Sinne. Das verbindet sie mit all den anderen Menschen, die in vergleichbarer Weise in ihrem Alltag den Naturgewalten ausgesetzt sind.

Als „Almschreiber“ haben wir über ihren Alltag in den Bergen berichtet. Geschrieben, was ihnen wichtig und unwichtig ist. Habe die Almleute in ihrem Alltag ebenso begleitet, wie an Feiertagen.

Die Bauern in Tirol und anderswo haben es nie leicht gehabt. Heute so wenig, wie in früheren Zeiten.

In Tirol wird das von vielen Almbauern als besonders schmerzhaft empfunden. Immerhin haben sie das Land im wesentlichen geprägt. Sie profitieren auch ein wenig vom Tourismus, keine Frage. Aber der Tourismus fängt erst in heutiger Zeit langsam an, sich damit zu beschäftigen.

Ohne Alm- und Waldbauern, ohne Forstwirtschaft und ohne des kontrollierten Jagdwesens, würde die alpine Landschaft Mitteleuropas zweifellos anders aussehen. 

Die Dokumentation „Almenland am Miemingerberg“ will das deutlich machen und im Idealfall mit dazu beitragen, dass wir gesellschaftlich unsere Einstellung zur Bauernschaft überprüfen.

Weblink:

„Almenland am Miemingerberg“ – Geschichten bäuerlicher Lebensformen

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Hochfeldern Alm – Nahaufnahme Almabtrieb https://www.miemingeralmen.tirol/2019/09/23/hochfeldern-alm-nahaufnahme-almabtrieb/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=hochfeldern-alm-nahaufnahme-almabtrieb https://www.miemingeralmen.tirol/2019/09/23/hochfeldern-alm-nahaufnahme-almabtrieb/#respond Mon, 23 Sep 2019 06:00:42 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=5359 Weniger als neun Stunden dauerte der beschwerliche Almabtrieb von der Hochfeldernalm nach Mieming. Das Eintreffen der Hirten mit ihrem Vieh daheim in Obermieming glich einem Triumphzug. Die Rinder wurden fürs Publikum geschmückt, weil in diesem Sommer keines der Tiere zu Schaden kam.

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Hunderte Zuschauer beobachteten das Spektakel. Darunter inzwischen zahlreiche Stammgäste. Vom Gesicht her kennt man sich häufig. Man nickt sich grüßend zu. Eben – wie bei einem richtigen Landfeiertag.

Um den Schmuck kümmerten sich die Obermieminger Bäuerinnen. Gefertigt in liebevoller Handarbeit. Ortsbäuerin Barbara Spielmann: „Das gehört dazu, hat Tradition“.

Über 230 Tiere verbrachten den Almsommer heuer auf der Feldereralpe. Die meisten von ihnen durften schon in den vergangenen Tagen zurück auf den Kälberhag, dem Vorberg der Obermieminger Almbauern. Beim Almabtrieb wurden deshalb nur noch 80 Tiere heimgeführt. Bei spätsommerlichen Temperaturen von 21 Grad, Sonne und wolkenlosem Himmel, war das fürs Vieh ziemlich anstrengend. Immer wieder musste unterwegs eine Pause eingelegt werden. Für Notfälle fuhr ein Viehtransporter mit. Der wurde auch gebraucht.

Auf der niederen Alm werden ab Mitte Juni die Rinder auf das Abenteuer Hochalm vorbereitet. Hier dürfen sie noch bei guter Wetterlage bis Mitte Oktober die heimischen Weidegründe genießen.  Dann gehts zurück in die Winterställe. Bis zum nächsten Frühjahr.

Am Vorabend wurde das Almvieh zur Sammelstelle unterhalb der alten Feldernalm gebracht. Man hatte den Eindruck, das Vieh wollte es nur noch hinter sich bringen. Drei Monate Hochalm bedeutet für die Tiere zwar, in weitgehender Freiheit zu leben, setzt sie allerdings auch vielen Gefahren aus. Dieser Almsommer war in dieser Hinsicht ein Erfolg.

[See image gallery at miemingeralmen.tirol] Fotos: Elias Kapeller

Die Hirten Fabio Riml und Martin Reich konnten sich beim Zusammentreiben der Almtiere auf die tatkräftige Hilfe aller noch konditionell starken Almbauern aus Obermieming freuen. Die Nacht von Samstag auf Sonntag verbrachten alle in der Hochfeldern Alm. Am Samstag-Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, setzte sich das Hirtenteam in Bewegung. Pünktlich um 7 Uhr war der Almabtrieb schon unterwegs.

Es folgten 35 Kilometer Fußweg. Das ist nichts für Leichtgewichte. Mühsam für alle, die sich auf den Weg machten. Von den Almen, übers Gebirge, ins Tal.

Auf der für Mensch und Vieh kräftezehrenden Tour mussten talwärts rund 800 Höhenmetern überwunden werden. Bergwanderer schaffen das locker in knappen drei bis vier Stunden, die schwergewichtigen Huftiere brauchen dafür etwas länger. Was die Ausdauer angeht, sind sie aber den meisten Zweibeinern im Gebirge weit überlegen.

Andreas Schneider und Stefan Kapeller waren heuer die „Dienstältesten“ im Kreise der Helferinnen und Helfer, die den langen Weg von der Feldernalm bis Obermieming gegangen sind. Bei ihrer Ankunft in Affenhausen begrüßte sie u.a. der 80jährige Otto Rappold. „Seitdem ich laufen konnte, war ich dabei,“ erzählt er uns. „30 Jahre lang, ohne Unterbrechung.“ Aus dieser Zeit ist heute niemand mehr mit dabei.

Die älteste Zeitzeugin, neben dem Rappold Otto, war die 96jährige Anna Scharmer. Sie schenkte den neuen Almleuten der Hochfeldern Alm ein gerahmtes Bild. Das hängt heute an einem prominenten Platz. Annas Familie gehört die Weide hinter dem Hotel Traube, wo das Almvieh vor dem Erreichen am Zielort in Obermieming noch einmal ruhen darf und versorgt wird.

Geschenk für die Hochfeldern Alm – Foto mit Geschichte von Anna Scharmer

Anna Scharmer siedelt zum 1. Oktober auf eigenen Wunsch um ins Altenwohnheim im Sozialzentrum. Dort wollen wir uns Mitte Oktober einmal treffen, um uns ihre Geschichten – rund um die alte Feldereralpe erzählen zu lassen.

Franz Kapeller versorgte in der Zwischenzeit das durstige Vieh mit frischem Wasser aus den Quellen der Mieminger Berge und half mit beim „aufprostern“ – dem Schmücken der Tiere. Das Hirtenteam wurde von Service-Frau Silvia Schneider mit frischen Getränken und einem stärkenden Imbiss versorgt. Für Silvia war das auch ein besonderer Tag, weil sie ihren Geburtstag feierte. Den Kreis ihrer Gäste hätte niemand besser aussuchen können.

Der Almabtrieb von der Feldereralpe nach Obermieming findet auch heute noch, wie vor Jahrzehnten statt. Alles ist noch ursprünglich und wird von der Almbauernschaft organisiert. Touristiker sind nicht aktiv beteiligt, kommen aber vorbei, wie Franz-Josef Pirktl, der Juniorchef vom benachbarten Hotel Schwarz. „Wir freuen uns, dass das in Mieming noch so ist und so soll es auch aus Sicht des Tourismusverbandes bleiben.“ Franz-Josef Pirktl ist im Bauernland aufgewachsen. Kennt die Mentalität seiner Nachbarn, die auch sein Hotel beliefern.

„Das macht wohl das Besondere aus und so soll es auch noch künftig sein“, kommentiert Martin Kapeller. Der Vizebürgermeister von Mieming ist für seine Gemeinde Almbeauftragter der Hochfeldern Alm und der Seeben Alm. Auch er schickt Vieh Jahr für Jahr im Sommer auf die Alm.

„Die Almwirtschaft war schon immer das prägende Element unserer alpinen Kulturlandschaften“, erzählt Martin Kapeller. „Die Almweiden sind charakteristisches Merkmal. Vielleicht ja auch, weil sie unterschiedlich genutzt werden.“ Das Vieh spiele eine große Rolle zum Erhalt der Artenvielfalt.

Die Feldernalm im Gaistal ist seit Jahrhunderten die angestammte Almweide der Obermieminger Bauern. In einer Urkunde vom 3. Mai 1340 erteilen die Obermieminger Bauern als Gegenleistung für die Neuerrichtung der St. Gertraudenkirche – das ist die heutige Georgskirche – dem „Closter Stambs“ für 26 Jahre das Recht, „mit ihrem Vieh auf die Alpe zu fahren und diese zu benutzen“. Die neue Feldernalm wurde 1964 in Hochfeldern errichtet.

Der Almbetrieb konnte und kann nur durch hohe Eigenleistung der Almmitglieder aufrechterhalten bleiben.

Viele Generationen von Obermieminger Bauern haben das Ihre dazu beigetragen – und das war nicht immer leicht. Es ist ihr Verdienst, dass die Hochfeldernalm heute noch in jeder Hinsicht vorbildlich bewirtschaftet wird.

Nach der Neueröffnung am 28. August 2016 wurde die Hochfeldernalm noch mehr ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer und im Winter.

Das Fest zum Almabtrieb wurde am Bauernhof der Familie Post gefeiert. Um die Bewirtung der Gäste kümmerte sich die Bergrettung Mieming. Getanzt wurde zur Musik der beliebten Formation „Halli Galli“.

Die Hirten der Hochfeldernalm brachten eine geschmückte Kuh mit zum Foto-Termin. Die hatte verständlicherweise überhaupt kein Vergnügen an der Aktion. Selfies sind halt nicht ihr Ding. Zu viel Menschen, zu viele mobile Telefoniergeräte. Das kommentierte jemand und brachte die erlebte Realsatire auf den Punkt: „Vor 30 Jahren haben wir noch alle aus öffentlichen Telefonzellen telefoniert. Heute hat jeder seine persönliche Telefonzelle in der Tasche. Das bemerkenswerte daran – mit diesen Geräten kann man Vieles, auch fotografieren.“

Am Abend trafen sich die Hirten zum „Hirtenmahl“ im Gasthof Post. Ein alter Brauch. Für alle eine Gelegenheit, mal wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Geredet wurde über meist, was die Almwirtschaft zurzeit beschäftigt. Auch über das Unglück der benachbarten Mittenwalder Schafbauern in diesem Almsommer. Wir erinnern uns: bei einem Hangrutsch am Predigtstuhl war am 1. Juli ein Teil der Schafherde, die vor kurzem wieder ins Tal gekommen ist, in die Tiefe gerissen worden. So endete der „Schafscheid“ in Mittenwald mit einem traurigen Ergebnis. Fast die Hälfte der Tiere hat das Unglück nicht überlebt.

Die Schafer kennen sich untereinander. Auch beim Almabtrieb in Mieming waren sie dabei. Den Freunden im Werdenfelser Land gilt ihre Anteilnahme, ihr Mitgefühl.

Festgestellt wurde in diesem Zusammenhang auch, dass die Freunde im oberbayerischen Mittenwald ihre Schafe schon zwei Wochen vorher – am 7. September – von den Almen heimführten. Am gleichen Tag war übrigens auch ein Almabtrieb mit Almfest in Wallgau im Oberen Isartal. Dann folgten weitere Almabtriebe in der Region Garmisch-Partenkirchen. Für den Tourismus in Oberbayern unverzichtbar. Heißt es.

Unseren Beitrag „Nahaufnahme Almabtrieb“ haben wir mit Bildern dokumentiert, die man als Außenstehender üblicherweise nicht sieht. Das geht nur, wenn alle Kameraleute an einem Strang ziehen. Haben sie an diesem Wochenende, im Zeichen ein es gelungenen Almabtriebs.

Andreas Fischer war für Mieming.online mit seiner Kamera Teil des gesamten Almabtriebs. Sein Video-Beitrag lässt die Betrachter ahnen, wie beschwerlich der Weg talwärts für das Vieh und die Hirten war:

In Kooperation mit »Mieming.online« sammelten wir auch für unseren Blog „MiemingerAlmen“ bermerkenswert authentische Bilder vom Almabtrieb aus dem Gaistal aufs Mieminger Plateau.

Danke an alle, die uns ihre Fotos für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.

Festakt auf der Hochfeldern Alm – Mieminger Sänger verabschieden Gründungsmitglied

Fotos: Andreas Fischer / Knut Kuckel

[See image gallery at miemingeralmen.tirol] Weblink: Hochfeldern Alm

 

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Bergmesse mit Almfest auf der Hochfeldern Alm – Festakt Mieminger Sänger https://www.miemingeralmen.tirol/2019/08/26/bergmesse-mit-almfest-auf-der-hochfeldern-alm-festakt-mieminger-saenger/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bergmesse-mit-almfest-auf-der-hochfeldern-alm-festakt-mieminger-saenger https://www.miemingeralmen.tirol/2019/08/26/bergmesse-mit-almfest-auf-der-hochfeldern-alm-festakt-mieminger-saenger/#respond Mon, 26 Aug 2019 11:51:15 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=5579 Mit der „Bauernmesse“ feierten die Mieminger Sänger vor über fünf Jahrzehnten ihre Chor-Premiere in der Pfarrkirche Untermieming. Zur Verabschiedung ihres Gründungsmitglieds, Hofrat Dr. Otto Thaler, waren die Almbauern deshalb auch die besten Gastgeber des Festaktes auf der Hochfeldern Alm.

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Martin Reich und Fabio Riml luden am Sonntag zu einem außergewöhnlichen Almfest mit Bergmesse ins Tiroler Gaistal. Beide bewirtschaften die Hochfeldern Alm schon im 4. Jahr mit großem Erfolg. Ganzjährig, im Auftrag der Obermieminger Bauern.

Die Feldern Alm im Gaistal ist seit Jahrhunderten die Almweide der Obermieminger Bauern.

Feldernalm im Gaistal – Seit 1340 Almweide der Obermieminger Bauern

„Als Bauer ist man von Gott berufen, die Wertekultur unserer Gesellschaft zu erhalten“, mahnte Diakon Thomas Witsch in seiner bemerkenswerten Bergpredigt auf der Hochfeldern Alm.

Worte, die vor der unbeschreiblich schönen Kulisse nicht ihre Wirkung verfehlten. Im Gaistal, zwischen Leutasch und Ehrwald, in 1.732 Meter Höhe, auf der Sonnenseite – unterhalb der Zugspitze. Mit ziemlich exklusivem Blick auf die Mieminger Kette und das Karwendelgebirge. Im Grenzbereich – zwischen Tirol und seinen Nachbarn im Freistaat Bayern.

MMag. Thomas Witsch, geboren im März 1981, ist verheiratet, hat ein Kind und wohnt in Mieming und Lermoos. Witsch ist Pastoralassistent im Seelsorgeraum Zwischentoren im Außerfern. Als Diakon engagiert er sich im Bereich der Besuchsdienste, der Verkündigung und in der Liturgie.

Diakon Thomas Witsch. Foto: Knut Kuckel
Diakon Thomas Witsch. Foto: Knut Kuckel

Bischof Manfred Scheuer weihte im März 2016 im Innsbrucker Dom zu St. Jakob sechs verheiratete Männer zu Ständigen Diakonen. Einer davon war Thomas Witsch. Die Sakramentalität der Ehe und der Weihe sollen einander bereichern und zur gegenseitigen Vertiefung beitragen.

Wir alle von den MiemingerAlmen sind der Meinung, dass der eingeschlagene Weg des Innsbrucker Bischofs in die richtige Richtung weist. Weiter so. Kirche muss sich öffnen. Das Zeitalter des Patriarchats ist Vergangenheit.

Thomas Witsch ging in seiner Predigt auf die aktuelle Gesellschaftsdebatte ein. „Ich bin Anhänger der sozialen Bewegung »FridaysForFuture«, wünsche mir von uns Christen mit »SundaysForFuture« etwas Vergleichbares auf Kirchenebene. Wir sollten alle über eine neue Werte-Orientierung nachdenken. Eine Abkehr vom ausschließlich ökonomischen Denken der uneingeschränkten Gewinnmaximierung. Das gilt auch in ländlich strukturierten Regionen unseres Landes.“ 

Das Gehörte frei interpretiert auf den Punkt gebracht:

Geld und Vermögen sind wichtig zur Existenzabsicherung, aber niemals wichtiger als der Mensch und die Gemeinschaft.

Mit Blick auf die versammelte Bauernschaft sagte Thomas Witsch, als Almbauer sei man geradezu von Gott berufen, sich für den Erhalt unserer Wertekultur einzusetzen. „Der Bauer will doch in dieser Gesellschaft nicht nur seinen Ruf als Eiweiß-Lieferant festigen. Gerade wir, die wir heute um den Segen für diese Alm bitten, haben da eine Verpflichtung. Über alle Gesellschaftsgrenzen hinweg. Besinnen wir uns bei all unserem notwendigerweise wirtschaftlichen Handeln wieder darauf.“

Zum Abschluss seiner Predigt segnete Thomas Witsch die Alm und ihr Vieh sowie all diejenigen, die sich um die Almwirtschaft beruflich kümmern – rund um die Uhr. Gesegnet wurden auch die Gäste der Hochfeldern Alm, mit ihren Nachbarn im Ehrwalder Almgebiet und darüber hinaus.

Die Mieminger Sänger sorgten für die musikalische Begleitung der Almmesse. Der im Jahre 1966 gegründete Chor hat sich seither vor allem dem sakralen Gesang und dem traditionellen Tiroler Volkslied gewidmet. Die Sänger beleben das kulturelle Dorfgeschehen in Mieming, sind geschätzt bei Kirchenfesten und anderen feierlichen Ereignissen.

Den Chor leitet Johann Holzeis, der mit Otto Thaler und Karl Frauenhoffer zu den Gründungsmitgliedern der Mieminger Sänger gehört. Seit den Anfangsjahren waren mit dabei Josef Sonnweber, Siegfried Köll, Hansjörg Ciresa und Johann Krug. Stefan Pickelmann verabschiedete im Namen der Mieminger Sänger Otto Thaler als aktiven Sänger. Otto Thaler, heute stolze 72 Jahre alt, wurde schon im jungen Alter von erst 19 Jahren ein Mieminger Sänger. Der Geehrte bedankte sich und sagte, in seinem Herzen werde er immer ein Sänger bleiben.

„Unsere frühere Lehrerin Lisl Rofner hielt uns damals für talentiert, einen Männerchor zu begründen“, erzählte Otto Thaler. „Widerstand leistete anfangs noch unser Schuldirektor, aber Lisl Rofner konnte sich als geschätzte Organistin und Kirchenchorleiterin letztlich dann doch durchsetzen.“

Die Mieminger Sänger bedankten sich bei ihrem Gründungsmitglied, Horfrat Dr. Otto Thaler, für sein langjähriges Mitwirken im Chor. Die Sänger überreichten ihm ein Geschenk und verabschiedeten ihn als ebenso aktives wie verdientes Mitglied unter starkem Applaus aller Almfestgäste mit einem Gratulationsständchen.

Für die Unterhaltung des anschließenden Almfestes sorgten erfolgreich die »Längenfelder Musikanten« und der »Trachtenverein Edelweiss Mieming«.

Viele Gäste kamen über die bekannten Wege zur Hochfeldern Alm. Die meisten starteten vermutlich ab Bergstation Ehrwalder Alm oder fanden ihr Ziel als Almwanderer ab Parkplatz Leutasch. Bergerfahrene Kletterer bevorzugten die klassischen Klettersteige über die Mieminger Berge auf ihrem Weg zum Almfest. Als einen der Ersten konnten die Almleute Reinhard Neuner-Köll aus Barwies begrüßen.

„Reini ist bekannt für seine Klettererqualitäten und seine Ausdauer“, kommentierte Fabio Riml, einer der beiden Almchefs auf der Feldereralpe. „Wenn wir etwas Großes zu feiern habe, kommt er grundsätzlich wie unsere Altvorderen über die Berge zu uns.“

Wir erfahren später von Reini, dass er sich am Sonntag-Morgen, in aller Früh, um 6 Uhr, in Barwies auf den Weg machte. Der führte ihn übers Stöttltörl, Grünsteinscharte, Thajatörl, Brendlkar und Ganghofersteig zur Hochfeldern Alm. Für den Weg brauchte er nur knappe drei Stunden. „Ich hatte eigentlich eine halbe Stunde mehr eingeplant“, sagte der Reini im Gespräch mit dem Grenzgänger #tirolbayern und zeigte Richtung Stöttltörl. „Da gehts lang. Von dort ging alles wie von selbst.“

Unter den Gästen sahen wir lokale Politiker, benachbarte Almleute, die Repräsentanten der Jägerschaft, Bauernschaft, Vereinsobleute und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Zählen wir die auf, die unsere Wege persönlich kreuzten (stellvertretend für alle): Franz Dengg (Bürgermeister, Gemeinde Mieming), Klaus Stocker (Bürgermeister, Gemeinde Wildermieming), Kai Ilg (Jagdpächter Hochfeldern Alm), Benedikt van Staa (Almobmann Marienberg Alm/Gemeinderat Mieming), Martin Kapeller (Almbeauftragter und Vize-Bürgermeister, Gemeinde Mieming), Elias Kapeller (Obmann der Jungbauernschaft Landjugend Mieming), Theresa Wallnöfer (Ortsleiterin/Jungbauernschaft Landjugend Mieming), Lydia Neuner-Köll (Gemeinderätin in Mieming), Stefan Weber (Kommandant Stv./Freiwillige Feuerwehr Mieming), Burgi Widauer (Redaktionsleitung/Mieminger Dorfzeitung).

Aus der Bauernschaft (almübergreifend) trafen wir: Klaus Scharmer, Konrad Scharmer, Josef Sonnweber, Michael Sonnweber, Edi Thaler, Michael Wallnöfer und Andreas Grabner.

Der Almsommer

Martin Reich, Almhirt auf der Hochfeldernalm. Foto: Knut Kuckel
Martin Reich, Almhirt auf der Hochfeldernalm. Foto: Knut Kuckel

Bevor wir uns vom Team der Hochfeldern Alm verabschieden, setzen wir uns noch in der Stube auf ein kurzes Gespräch über den bisherigen Verlauf des Almsommers mit Martin Reich zusammen, einem der beiden Alm-Pächter.

Sein Partner, Fabio Riml, kümmerte sich derweil weiter um die vielen Gäste, die sich zum Teil wieder auf den Heimweg machten und sich von den Almleuten verabschieden wollten.

Martin erzählt, Viehauftrieb sei am 21. Juni gewesen. „Sechs Tage später als üblich“, so der Almhirt. „Wegen des langen Winters waren wir mit dem Futter auf der Alm später dran. Deshalb wird auch der Almabtrieb heuer – falls das Wetter mitspielt – erst am 21. September stattfinden.“

Bis heute – dem Tag des Almfestes – seien keinerlei Unfälle zu beklagen. „Wir haben das Vieh gut über den Sommer gebracht und hoffen, dass wir das auch bis zum Schluss noch schaffen. Dann können wir wieder unser Vieh aufgeprostert (für Nicht-Tiroler „geschmückt“) von der Feldereralpe, heim nach Obermieming führen.“

238 Stück Vieh waren heuer auf der Feldereralpe. „Um die 30 sind schon in ihren Heimatställen“, erzählt Martin Reich.

Der Almsommer war gut für die Tiere, so Martin Reich. „Für uns Almleute war der Übergang vom Winter zum Frühling nicht unproblematisch. Hindernis waren die Zugspitzbahnen in Tirol und in Bayern. „Als hätten sie sich abgesprochen, fiel zuerst die auf der Ehrwalderseite aus, dann – unfallbedingt –  auch noch die neue Zugspitzbahn in Bayern, am Eibsee. Wir mussten uns völlig neu organisieren, um die Alm bewirtschaften zu können.“

Man habe aus der Erfahrung gelernt und sei im kommenden Winter auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Wir danken für das kurze Gespräch und verabreden uns zum Almabtrieb in der 2. Septemberhälfte. Anschließend machen wir uns auf den Heimweg. Durchs Gaistal, ins Nachbarland Bayern.

Ein Dank an alle Freundinnen und Freunde in Tirol für Eure Gastfreundschaft und Unterstützung!

Hochfeldern Alm – Nahaufnahme Almabtrieb

Weblink: Hochfeldern Alm

Fotos: Knut Kuckel

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Kuhurteil regt auf – müssen jetzt Almen eingezäunt werden? https://www.miemingeralmen.tirol/2019/04/12/kuhurteil-regt-auf-muessen-jetzt-almen-eingezaeunt-werden/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=kuhurteil-regt-auf-muessen-jetzt-almen-eingezaeunt-werden https://www.miemingeralmen.tirol/2019/04/12/kuhurteil-regt-auf-muessen-jetzt-almen-eingezaeunt-werden/#respond Fri, 12 Apr 2019 14:21:32 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=6686 Nach einer tödlichen Kuh-Attacke auf eine deutsche Urlauberin in Österreich soll ein Tiroler Landwirt Hunderttausende zahlen. Ein Urteil des Landesgerichts Innsbruck sorgt diesseits und jenseits der Grenzen für Ärger.

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Aktualisierung vom 13.05.2020:
Urteil nach Kuh-Attacke bestätigt: Getötete Wanderin ist mitschuldig

Das sogenannte Kuhurteil hatte Anfang des Jahres für viel Aufregung gesorgt. Ein Landwirt aus Österreich war damals im ersten Urteil zu 490.000 Euro und später zu 180.000 Euro verklagt worden, weil seine Rinder eine Touristin im Juli 2014 getötet hatten. Jetzt hat das Oberlandesgericht Innsbruck (OLG) ein Urteil der Vorinstanz teilweise korrigiert. Der Grund: Das OLG sehe nicht die volle Schuld beim Landwirt, sondern gehe von einer 50-prozentigen Mitschuld des Opfers aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts.
Quelle: agrarheute

Zum Hintergrund:
Im Juli 2014 ist eine Urlauberin bei einer Wanderung südlich von Innsbruck von Kühen getötet worden. Das Landesgericht Innsbruck hat einen Bauern aus Tirol zur Zahlung von 490 000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil seine Kühe eine 45-jährige Urlauberin aus Deutschland getötet hatten. Der Landwirt will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Die Frau war im Juli 2014 im Pinnistal, südlich von Innsbruck, mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Kühe auf sie zuliefen. Ein Obduktionsbericht ergab später, dass die Frau zu Tode getrampelt wurde. Ermittler gehen davon aus, dass die Tiere offenbar aggressiv auf den Hund reagierten. Zeugen zufolge habe sich der Hund aber nicht aggressiv verhalten. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2014 die Ermittlungen eingestellt, der Ehemann der Getöteten hatte den Landwirt jedoch auf Schadenersatz verklagt.

Der Landwirt will gegen das Urteil Berufung einlegen, notfalls werde er bis zur höchsten Instanz klagen. Sollte er scheitern, würde dies wohl einen Präzedenzfall schaffen.

Da kommt – freundlich formuliert – Unmut auf. Vor allem unter den Bergbauern. Ein Fall, der grenzüberschreitend aufregt.

Müssen Almen jetzt eingezäunt werden?

Das fragt man sich nicht nur in Tirol, sondern auch in Bayern. Das Urteil sei „praxisfremd“ und gefährde das Miteinander von Tourismus und Almwirtschaft.

„Bauern fragen mich, ob sie die Kühe noch auf die Alp treiben sollen, oder ob sie die Almen komplett sperren sollen.“

Das sagt Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer.

Die Tiroler Landwirtschaftskammer kümmert sich. Man will „sichere Almen“. Hechenberger: „Aus meiner Sicht ist dabei der wichtigste Punkt die Anpassung der Tierhalterhaftung im Bundesgesetz. Daneben ist natürlich eine umfangreiche Aufklärung notwendig.“

Das Tiroler Almschutzgesetz müsse überarbeitet werden. Josef Hechenberger: „Wichtig wäre hier vor allem, das Durchqueren von Mutterkuhherden zu regeln bzw. überhaupt zu verbieten.

Kuh-Attacken auf Almwanderer – auch mit tödlichem Ausgang – gibt es schon, solange es Almen und Wanderer gibt. Das Innsbrucker Urteil erregt allerdings die Gemüter mehr denn je.

„Wir haben in den vergangenen Jahren in unsere Almen investiert. Die Almwirtschaft und unsere Gäste sollen davon letztlich profitieren“, sagt im Gespräch mit dem Grenzgänger #tirolbayern Martin Kapeller. Wirtschaftlich zuständig für die Hochfeldern Alm im Gaistal und die benachbarte Seebenalm bei Ehrwald.

Der Unmut sei groß, so der Tiroler Landwirt. Manche Bauern denken auch darüber nach, unter Umständen ihre Almen zu sperren.

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter steht hinter den Almbauern. Er lud vor kurzem einen repräsentativen Kreis direkt Betroffener nach Innsbruck ein. Beim Runden Tisch nach dem Urteil infolge der tödlichen Kuh-Attacke in Tirol wurde ein umfassender Versicherungsschutz für Landwirte beschlossen. Regeln wie auf der Skipiste sollen „mehr Eigenverantwortung“ einfordern, eine Zaunpflicht wurde ausgeschlossen.

Die landesgesetzliche Bestimmung, die verschärft werden soll, betrifft indes das Tiroler Almschutzgesetz. Hier werde man ebenfalls „mehr auf Eigenverantwortung“ setzen, so der Tiroler Landeshauptmann. Einem Hundeverbot auf den Almen wurde indes eine Absage erteilt. „Wir wollen kein Land der Verbote sein“, erklärte der Landeshauptmann. Es könne auch nicht angehen, dass künftig überall Zäune angebracht werden.

Ein Versicherungsschutz könnte die wirtschaftlichen Folgen der Almunfälle mildern. Vergleichbare Versicherungslösungen gebe es auch für Wegehalter im Tiroler Mountainbikemodell oder für Mitglieder der Lawinenkommissionen, so der Tiroler Landeshauptmann.

Die Lage in Bayern

Auch in Bayern gibt es oft genug Unfälle mit Kühen. Allein im Jahr 2014 gab es in Deutschland 6000 Unfälle mit Rindern – acht davon endeten tödlich. Meistens jedoch im bäuerlichen Betrieb, der Angriff auf Wanderer oder Mountainbiker ist die Ausnahme und fast immer mit Muttertieren mit Kälbern verbunden.

Auch im deutschen Recht ist die Tierhalterhaftung verankert, in §833 BGB. Eine Ausnahme besteht nur hinsichtlich der Haustiere, die dem Beruf oder Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt sind (wie Kühe) und bei denen der Halter die Beaufsichtigung mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt hat.

Ein vergleichbarer Fall in Bayern könnte durchaus ähnliche Konsequenzen wie in Tirol haben, wenn eine Sorgfaltspflichtverletzung des Bauern festgestellt würde. In Anbetracht dessen stellen nun auch deutsche Landwirte vermehrt Warnschilder auf, in vielen Hütten liegen Hinweisbroschüren aus. Tourismus und Almwirtschaft sind allerdings aufeinander angewiesen, Zäune wären dem abträglich.

Bauer Franz Hage, Vorsitzender des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, rät Wanderern grundsätzlich, um Weiden mit Mutterkuhhaltung einen großen Bogen zu machen. Kritisch wird es auch, wenn Wanderer freilaufende Hunde dabei haben.

Wenn ein Rind näher kommt, den Hund von der Leine lassen: Der Hund läuft fort, der Besitzer ist außer Gefahr.

Die Mehrzahl der Unfälle mit Rindern passieren direkt im Kontakt im landwirtschaftlichen Betrieb. Normalerweise sind Kühe friedliche Wesen und in erster Linie Fluchttiere. Wenn sie sich aber bedroht oder in die Enge getrieben fühlen, dann wehren sie sich – besonders, wenn es um den Nachwuchs geht.

„Eine Alm ist kein Streichelzoo!“

Nach mehreren Kuhattacken in den vergangenen Jahren präsentierten die Tiroler Landwirtschaftskammer und die Tirol Werbung zum Start der Almsaison im vergangenen Jahr eine Informationskampagne. Mit Foldern, Infotafeln und Comic-Erklärfilmen soll das Bewusstsein der Wanderer geschärft werden.

Quelle: LK-Tirol, 05.06.2017

Von der Mutterkuh, bis zur Gefahrenquelle Hund. Auch zur Frage „Was kann der Bauer tun?“ gibt es wertvolle Anregungen. Mit Kurzfilmen, die u.a. auch über YouTube verbreitet werden, sollen Unfälle möglichst ausgeschlossen werden.

In zwei Monaten (Mitte Juni) beginnt der Almsommer 2019. Für uns alle gilt, die am liebsten aktiv oder passiv die Natur genießen, aufzuklären, statt Angst zu machen. Die schönsten Warntafeln verfehlen ihren Zweck, wenn sie nicht gelesen werden oder aufregen. Die klügsten Ratgeber, Folder, Infofilme ebenso. Vor allem nützt einem der Informationsfilm wenig, wenn man ihn nicht findet. 

Bei unseren Recherchen zum Thema sind wir auf viele kluge Informationen gestoßen. Lesenswert im konstruktiven Sinne ist ein Beitrag von Tierarzt Ralph Rückert aus Ulm / Söflingen: Kuhherde tötet Wanderin, vom 30.07.2014.

Wir zitieren: Halbwegs erfahrene Bergwanderer wissen, wann sie eine Almwiese betreten, da man dazu meist ein Gatter durch- oder überqueren muss. Es macht durchaus Sinn, sich bei dieser Gelegenheit mal umzusehen, um eventuell erkennen zu können, was für Kühe da stehen. In über 90 Prozent der Fälle wird es sich dabei um Jungrinder handeln, also Tiere, die noch nicht gekalbt haben. Hier müssen Sie mit der für jugendliche Tiere allgemein üblichen Neugier und Unternehmungslust rechnen. Speziell wenn man einen Hund dabei hat, ist die ganze Herde oft sehr interessiert und rottet sich spontan zusammen, für den mit Kühen nicht vertrauten Städter manchmal mit bedrohlicher Geschwindigkeit.

Kein verantwortlich handelnder Landwirt wird je geschlechtsreife Bullen auf eine Almwiese stellen, die von einem offiziellen Wanderweg durchquert wird. Trotzdem der Hinweis: Sollten Sie einen mehr oder weniger ausgewachsenen Bullen erkennen können, dürfen Sie die betreffende Wiese auf gar keinen Fall betreten. Das wäre ohne jede Übertreibung absolut lebensgefährlich! (von Ralph Rückert, Tierarzt)

Zu all den guten und hilfreichen Empfehlungen fügen wir von #tirolbayern noch eine hinzu. Adressiert an unsere regionalen Touristiker in Bayern und Tirol: Warum nimmt man die Aufklärung über die lauernden Gefahren auf der Alp nicht in den aktiven Teil des Sommerprogramms für Wanderinnen und Wanderer auf? Das wäre eine Ergänzung für geeignete Berg- und Wanderführer und würde bei den Gästen auf Zeit sicherlich gut ankommen.

Das Informationsprogramm wäre durchaus dynamisch zu gestalten. Mit anschließendem Besuch beim Almbauern.

Fotos: Knut Kuckel

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Almabtrieb 2018 von der Hochfeldernalm nach Obermieming https://www.miemingeralmen.tirol/2018/09/16/almabtrieb-2018-von-der-hochfeldernalm-nach-obermieming/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=almabtrieb-2018-von-der-hochfeldernalm-nach-obermieming https://www.miemingeralmen.tirol/2018/09/16/almabtrieb-2018-von-der-hochfeldernalm-nach-obermieming/#respond Sun, 16 Sep 2018 07:48:20 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=8451 Der Almabtrieb von der Mieminger Hochfeldernalm war heuer am 15. September 2018 wieder ein Höhepunkt im Jahreskreis. Viel Applaus gab es zur Begrüßung der heimkehrenden Hirten und für das Almvieh am Ortseingang von Obermieming.

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Es konnte wieder aufgeprostert werden. Ein Proster ist ein von den Bäuerinnen kunstvoll mit heimischen, einfachen Materialien gestalteter Schmuck für die Kälber und Kühe. Die Tiere tragen diesen nur, wenn der Almsommer unfallfrei für Mensch und Tier verlaufen ist. 

„Wir sind zufrieden, froh und allen dankbar, die zu diesem erfolgreichen Almsommer in irgendeiner Weise beigetragen haben“, so Almobmann Andreas Scharmer.

Am Vorabend bestätigten die Hirten der Feldernalm, Martin Reich und Fabio Riml, dass alle Tiere gesund und für den Almabtrieb bereit sind. 

„Heuer ist alles wieder Gott sei Dank gut gegangen. Jetzt, wo wir mit allen und allem heil beim Kälberhag angekommen sind, können wir die erfolgreiche Almsaison erleichtert feiern“, sagen uns die Almhirten Martin Reich und Fabio Riml. Sie und das Hirtenteam haben an diesem Tag 35 km härteste Hirtenarbeit hinter sich, die Anstrengung sieht man allen an, aber auch die Erleichterung und die Freude, jetzt daheim angekommen zu sein.

Die Bergrettung Mieming organisierte und betreute in perfekter Manier das Almabtriebsfest. Ein anstrengender Tag klang in gemütlicher und familiärer Atmosphäre aus.

Quelle: Mieming.online

Weblinks:
Hochfeldernalm
Bergrettung Mieming

Fotos: Anni Fischer, Daniel Fischer

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An Bord von »Christophorus 5« – Flug über das Mieminger Almenland https://www.miemingeralmen.tirol/2018/09/11/an-bord-von-christophorus-5-flug-ueber-das-mieminger-almenland/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=an-bord-von-christophorus-5-flug-ueber-das-mieminger-almenland https://www.miemingeralmen.tirol/2018/09/11/an-bord-von-christophorus-5-flug-ueber-das-mieminger-almenland/#respond Tue, 11 Sep 2018 09:00:04 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=11634 Beim Flug über das Almenland der Mieminger Berge war der Obermieminger Stefan Kapeller unser Heli-Pilot. Von Hause aus Almbauer. Bei jedem Feldereralpe-Almauf- und Abtrieb war er von Kind an aktiv dabei. Stefan kennt unser Almenland von oben und unten.

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Der geplante Flug von Innsbruck nach Zams waren für den ÖAMTC-Rettungsflieger und seinen Techniker keine Vergnügungsangelegenheit.

„Wir überführen »Christophorus 5« nach Zams, hast Du Interesse uns zu begleiten?“

Stefan hatte mir schon vor längerer Zeit angekündigt, dass mich eines Tages solch ein Anruf erreichen könnte. „Wenn es mal passt und es aus Perspektive der Flugstaffel zu verantworten ist.“

Zu „meinem Begleit-Team“ gehört der Mieminger Almbeauftragte Martin Kapeller. Die Familienzugehörigkeit zum Piloten war wirklich Zufall. Martin sollte als Experte für das Almenland mein Begleiter im Mieminger Gebirge sein.

Der studierte Ingenieur arbeitet hauptberuflich als Obmann im Agrarzentrum West in Imst, ist nebenberuflich ebenfalls von Hause aus passionierter Almbauer und für seine Gemeinde in Mieming als Vizebürgermeister und Almbeauftragter tätig.

Dem engagierten Almschreiber wurde somit nicht nur viel Anerkennung zu Teil, er wurde auch in fachlicher Hinsicht bestens informiert und beraten.

Mit aktiven Almbauern über die Mieminger Almen fliegen zu dürfen, ist aus Sicht des Almschreibers eine nicht mit Graukas oder anderen Köstlichkeiten aus der Almenmolkerei aufzuwiegendes, persönliches Vergnügen.

Unser Helikopter „Christophorus 5“, stationiert am Standort Zams, wurde in Innsbruck am Flughafen in Kematen gewartet und jetzt von Heli-Pilot Stefan Kapeller und seinem Techniker nach Zams zurück geflogen. Für die Techniker war der Flug der Wartungsabschluss. „Christophorus 5“ wurde dabei technisch auf Herz und Nieren unter Realbedingungen überprüft.

Alles funktionierte wie erhofft. „Routine“ – kommentierten die Techniker.

Abflug war am Standort von „Christophorus 1“ am Flughafen Innsbruck-Kranebitten. Von dort gings zunächst über der A 12 vorbei an Kematen, Flaurling, Pfaffenhofen, Rietz, Silz, Haimingerberg, Imster- und Zammerberg nach Zams bei Landeck.

Wenn man so will, exakt zwischen den Nördlichen Kalkalpen und den höheren Zentralalpen im Süden.

Unter uns der Inn, die Mieminger Berge und seitlich das Pitz- und Ötztal. Zum greifen nah die Stamser Alm, der Simmering, Marienberg, das Gaistal, die Leutasch und die Hohe Munde (2662 Meter) am Ostende der Mieminger Kette.

Im Norden der Mieminger Kette schauen wir auf das Wettersteingebirge. Martin Kapeller zeigt mit seiner Hand in die Richtung und sagt, dort bist Du daheim. Ganz dahinten liegt die Leutasch. Mit Scharnitz, Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen.“

Auf den Almen bereitet man sich schon auf den bevorstehenden Almabtrieb vor. Emsiges Treiben sehen wir beim Überfliegen auf der Simmering Alm bei Obsteig und – vom Heli aus gesehen – nicht weit davon entfernt – auf der Feldereralpe, der Hochfeldern Alm, die von den Obermieminger Bauern bewirtschaftet wird.

„Auch wenn es bei diesem Flug um Technik geht, bewahren wir uns den Blick für die Schönheiten eines Fluges über unser Land Tirol“, sagt Pilot Stefan Kapeller. „Wenn ich als Mieminger unsere Berge sehe, die Almen – die Orte, die ich seit meiner Kindheit her kenne, ist das immer wieder ein emotionaler Moment.“

Wir nähern uns Zams und sehen – immer wieder beeindruckend – ein Wahrzeichen der Gemeinde im Oberinntal, die Kronburg. Wer „Kronburg“ sagt, meint das unvergleichliche Ensemble von Burgruine, Gasthof, Klösterle und Wallfahrtskirche.

Die Tiroler Christophorus-Flugrettungsflotte des ÖAMTC an den Standorten Zams, Innsbruck, St. Johann und Nikolsdorf hat in sieben Jahren 38,1 Prozent aller Rettungsflüge durchgeführt.

Seit 1997 unterhält das „Christophorus 5“-Team einen Heliport in Zams bei Landeck.

Die ÖAMTC-Flugrettung fliegt jährlich rd. 18.000 Einsätze. Das Ziel: Menschen, die in Not geraten sind, zu helfen.

Die Luftrettung oder Flugrettung in Österreich wird größtenteils vom ÖAMTC bzw. dem Christophorus Flugrettungsverein und dem Roten Kreuz betrieben.

Der Christophorus Flugrettungsverein (CFV) ist der größte Anbieter für Flugrettung in Österreich und stellt in jedem der neun Bundesländer Notarzthubschrauber. Er wurde von den Landesvereinen des Automobilclubs ÖAMTC als gemeinnütziger Verein gegründet.

Der Verein bezweckt die Schaffung von Einrichtungen zur optimalen notärztlichen Versorgung von Notfallpatienten mit Notarzthubschraubern

Die Flugretter werden bei Verkehrsunfällen, Akuterkrankungen und bei Alpinunfällen gerufen. Alarmiert werden sie über die jeweiligen Rettungsleitstellen.

Nach der Übergabe von „Christophorus 5“ fliegen wir wieder zurück in die Alpenhauptstadt nach Innsbruck.

Jetzt sehen wir das Mieminger Almenland nur aus der Ferne. Beim Überflug über die Nordtiroler Alpen liegt unter uns das berühmte Mieminger Plateau. Alles scheint zum Greifen nah.

Wir lassen die Stamser Alm hinter uns. Fliegen über die Nordkette, über die die Arzler Alm und schauen von oben auf das Hafelekar. In der Ferne schauen wir auf die Gipfel des Karwendels und zu Füßen fühlen wir die Nähe der Stubaier Alpen und etwas entfernter die Tuxer Alpen.

Über Axams fliegend, liegt am Horizont schon der „Christophorus 1“-Stützpunkt am Flughafen im Innsbrucker Stadtteil Kematen.

Ein atemberaubender Tag geht zu Ende.

Daheim treffe ich auf Anton Post. Vor ein paar Monaten war er mit mir im Gaistal und hat mir die Pfade gezeigt, über die das Vieh früher wie heute Mitte Juni zur Feldernalm getrieben wurde und spätestens Mitte September auf gleichem Wege wieder zurück.

Ich erzähle ihm von unserem Ausflug. Was wir gesehen haben und welche Bilder von der Flugreise im Gepäck habe.

Tonis Augen leuchten und sagen mir, „…das wäre mir auch einmal das Vergnügen wert.“

Wir verabreden uns zu einem späteren Zeitpunkt. „Ich führe Dich über die Wege, die mir mein Vater gezeigt hat und auf die ich meine Söhne mitgenommen habe.“ So ist es bei den Obermieminger Almbauern heute noch und wird es wohl auch in naher Zukunft noch so sein.

Beim Anschauen der Fotos, wird mir mit zeitlicher Verspätung noch einmal bewusst, welch einzigartiges Erlebnis mir geboten wurde.

Danke bei Stefan Kapeller und seinem Rettungsflieger-Team. Stefan hat mir übrigens beim Überfliegen der Almen jenseits der Mieminger Berge verraten, in seinem zweiten Leben würde er Almhirt werden.

„Darauf kannst Du Dich verlassen. Mal schauen, ob und wo wir uns dann wieder begegnen?“

Weblinks:
ÖAMTC-Flugrettung
ÖAMTC Christophorus 1 Innsbruck

Fotos: Knut Kuckel

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Marienbergmesse 2018 – „Viele Wege führen zu Gott…“ https://www.miemingeralmen.tirol/2018/08/13/marienbergmesse-2018-viele-wege-fuehren-zu-gott/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=marienbergmesse-2018-viele-wege-fuehren-zu-gott https://www.miemingeralmen.tirol/2018/08/13/marienbergmesse-2018-viele-wege-fuehren-zu-gott/#respond Mon, 13 Aug 2018 13:50:49 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=9565 „Viele Wege führen zu Gott, einer geht über die Berge.“ Der Würzburger Domkapitular Monsignore Clemens Bieber eröffnete mit diesem Zitat des 2013 verstorbenen Altbischofs Reinhold Stecher die traditionelle Bergmesse beim Almfest der Marienberg Alm 2018.

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Zwei Ministrantinnen, zwei Ministranten und Alt-Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa unterstützen ihn dabei.

Monsignore Clemens Bieber (Bistum Würzburg) hat gerne die erneute Einladung angenommen, um für den terminlich verhinderten Stamser Abt German Erd die Almmesse auf dem Marienberg zu lesen.

Die Agrargemeinschaft Marienbergalpe lud gemeinsam mit Hüttenwirt Christian Soraperra zum traditionellen Almfest auf der Marienbergalm ein.

Almobmann Benedikt van Staa begrüßte unter den Gästen Vize-Bürgermeister Martin Kapeller (Substanzverwalter der Feldern- und der Seeben Alm für die Gemeinde Mieming) und seinen Obsteiger Kollegen, Vize-Bürgermeister Alexander Egger sowie die beiden Ehrenmitglieder Herbert Schuchter mit Gattin Annemarie (die 40 Jahre lang für die Marienbergalpe gesorgt haben).

Seit 1974 wird das Almfest auf der Marienberg Alm gefeiert. „Nur zwei Mal musste wegen Schlechtwetter abgesagt werden“, erzählt Almobmann Benedikt van Staa.

Die schönen Bilder und Zeremonien ähneln sich jährlich, aber nur auf den ersten Blick. Veränderungen sind in den Details zu erkennen, Menschen fehlen für immer beim Almfest, die Almwiese sollte mehr Futter bringen, die Tagesthemen hinterlassen ihre Spuren in den Gesichtern.

Aktuelle Diskussionsthemen waren einmal die Preissituation am Milchmarkt und die Ernteausfälle durch die anhaltende Trockenheit. „1 Liter Milch wird jetzt in einer Supermarktkette um 0,27 € verkauft, Milch für Katzen dagegen um 3€“, so Benedikt van Staa, „was ist da noch normal? Was ist unsere Arbeit noch wert?“ „Wir werden uns auf geänderte klimatische Verhältnisse einstellen müssen und entsprechend reagieren“

Viele Menschen waren wieder gekommen, um einen wunderbaren Tag auf der Marienberg Alm zu haben und wurden belohnt.

Hüttenwirt Christian Soraperra übernahm mit seinem Team nach der Almmesse die Regie. Musik gab es von den „Die Puiters 3“ aus dem vorderen Ötztal.

Kontakt:
Marienberg Alm, 1623 m
Gemeinde Obsteig, Tirol
Obsteig 303
Familie Christian Soraperra
Tel: +43 664 1204386
eMail: marienbergalm@gmail.com

Fotos & Video: Andreas Fischer

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Musik liegt in der Luft – Kuhglocken läuten wieder auf den Voralmen https://www.miemingeralmen.tirol/2018/05/20/musik-liegt-in-der-luft-kuhglocken-laeuten-wieder-auf-den-voralmen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=musik-liegt-in-der-luft-kuhglocken-laeuten-wieder-auf-den-voralmen https://www.miemingeralmen.tirol/2018/05/20/musik-liegt-in-der-luft-kuhglocken-laeuten-wieder-auf-den-voralmen/#respond Sun, 20 May 2018 13:36:17 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=6031 Seit ein paar Tagen hören wir wieder Kuhglocken. Nahe der Mieminger Voralmen. Das Almvieh hat die Stallungen verlassen und darf sich auf den Almsommer vorbereiten.

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„240 bis 250 Kühe und zehn schottische Hochlandrinder führen wir heuer auf die Feldereralp“, sagt Almhirt Martin Reich.

Das Läuten der Kuhglocken hält die Herden zusammen und erleichtert es den Hirten, verirrte Tiere wieder aufzufinden. 

Wanderer werden mit Hinweisschildern am Gatter darauf hingewiesen, dass jetzt Vorsicht geboten ist. Da heißt es beispielsweise, „Hunde sind an der kurzen Leine zu führen“ oder das „Gatter nach dem Durchgang wieder schließen“.

Kühe gelten als Inbegriff der Sanftmut. Das kann sich allerdings ändern, wenn man ihre Wege kreuzt. Um Konflikte zu vermeiden, heißt es auf alle Fälle, Abstand halten. Wer sich richtig verhält, kann in der Regel unbeschadet im Almgebiet wandern.

Das geht aber auf gar keinen Fall: Almtiere nicht streicheln oder füttern. Für Weidetiere ist ein fremder Hund ein potenzieller Feind. Er wird vor allem von Muttertieren angegriffen, die ihre Kälber schützen wollen. Tiere verhalten sich instinktiv somit überhaupt nicht anders als Menschen.

In den ersten Tagen in Freiheit ist das Almvieh noch übermütig. Der Instinkt der Tiere sagt ihnen schon mit Frühlingsbeginn, dass es bald wieder hinaus auf die Almen geht. Das versetzt sie in Vorfreude. In eine ganz besondere Stimmung. Nach den ersten Wochen in Gottes freier Natur entspannt sich die Lage wieder etwas.

Die Hirten der Hochfeldern Alm versorgen schon seit Mitte Mai auf der Voralm in Obermieming das Vieh. Vor allem Kühe. „Wir öffnen für unsere Gäste am 1. Juni“, erzählt Fabio Riml, der gemeinsam mit Martin Reich ganzjährig die Hochfeldern Alm bewirtschaftet.

Eine Woche später, am Freitag, den 8. Juni wird das Vieh auf die Hochalm geführt. „Der Almsommer beginnt heuer früher als üblich“, so Martin Reich. „Der schneereiche Winter hat dafür gesorgt, dass die Vegetation auf unserer Alm schon weiter ist als hier drunten auf dem Plateau.“

Der „Kälberhag“ am Bauernhof der Familie Post in Obermieming liegt schon 900 Meter hoch. Über 600 Meter höher dagegen die Hochfeldern Alm. Die Almhütte im Ehrwalder Almgebiet liegt 1732 Meter hoch. Die Hochalmen, unterhalb des Feldernjöchls wiederum weitere drei bis 500 Meter bergaufwärts. Das Vieh bewegt sich im Sommer somit bis auf 2200 Meter Höhenmeter.

„Darauf bereiten wir uns in den kommenden Wochen gemeinsam vor“, sagt Martin Reich im Gespräch mit unsrem Blog MiemingerAlmen.

„Tiere, die schon auf unserer Alm waren, kennen uns. Zum jüngeren Almvieh bauen wir auf der Voralm Vertrauen auf.“

Das ist für das Vieh in vielerlei Hinsicht überlebensnotwendig. Es muss ihren Almhirten vertrauen. Die Feldereralp-Hirten sind im Auftrag der Obermieminger Almbauern bis Mitte September für das ihnen anvertraute Vieh verantwortlich.

Gleiches gilt für die Almhirten der Marienberg-,  Seeben- und Simmering Alm. Drei weitere Almen, die – wie die Hochfeldern Alm – zu den Mieminger Almen gehören.

Hat die Kuh Charakter? – „Ja. und die Kuh vergisst nie“

Weblink:Hochfeldern Alm

Fotos: Knut Kuckel

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Frühjahrsschafbad in Fiecht – Almsommer-Start für den Seebenalp-Hirten https://www.miemingeralmen.tirol/2018/04/14/fruehjahrsschafbad-in-fiecht-almsommer-start-fuer-den-seebenalp-hirten/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fruehjahrsschafbad-in-fiecht-almsommer-start-fuer-den-seebenalp-hirten https://www.miemingeralmen.tirol/2018/04/14/fruehjahrsschafbad-in-fiecht-almsommer-start-fuer-den-seebenalp-hirten/#respond Sat, 14 Apr 2018 15:29:18 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=8617 Das Frühjahrsschafbad in Fiecht hatte heuer einen nicht alltäglichen Höhepunkt: Johann „Hansl“ Maurer und Heinrich „Josef“ Neuner wurden für ihre Verdienste um das Schafbad Fiecht geehrt. Gewürdigt wurde auch das 20jährige Bestehen des Vereins "Schafbad Fiecht".

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Rund 30 Schafhalter aus der Region kamen mit ihren über 1100 Schafen, Ziegen und Lämmern am Samstag, dem 14. April 2018 nach Untermieming/Fiecht ins Schafbad.

Das Frühjahrsschafbad ist vom Gesetzgeber für alle Schafhalter vorgeschrieben. Die Tiere wurden mit dem Bademittel Sebacil gegen die Schafsräude und andere Krankheiten desinfiziert.

Für Gerhard Wiggins, den langjährigen Hirt und Pächter der Mieminger Seebenalpe ist das Frühjahrsschafbad zeitgleich persönlicher Dienstbeginn. „Wir haben viel zu tun. Auf der Seebenalm liegt noch hoher Schnee und spätestens Mitte Juni beginnt unser Almsommer.“

Obmann Manfred Krug führte aus, dass die beiden Geehrten zu den Gründervätern des Vereins „Schafbad Fiecht“ gehören. Johann „Hansl“ Maurer war über 18 Jahre lang Bademeister und die „Gute Seele am Schafbad“. Krankheitsbedingt musste er vor zwei Jahren das Amt an Sohn Dietmar Maurer übergeben.

Heinrich „Josef“ Neuner ist zwei nunmehr 20 Jahren Kassier der Schafbader. Der 78-jährige Fiechter ist ein Urgestein der heimischen Schafwirtschaft. „Auf den Josef konnten und können wir uns immer verlassen“, sagte Manfred Krug.

Der „Josef“ hat übrigens erst im Alter von 32 Jahren am Tage seiner Hochzeit mit Traudl erfahren, dass er „Josef“ heißt. „Das waren damals politisch üble Zeiten. Für die Nazis war Josef ein jüdischer Name, deshalb heiße ich standesamtlich seither Heinrich-Josef Neuner. Kirchlich „Josef-Heinrich Neuner“. Alle nennen den „Heinrich“ aber bis heute „Josef“. Und der möchte gerne, dass das so bleibt. Am 30. April feiert der Josef Geburtstag. Dann wird er 79 Jahre. Möge es ihm über den Tag hinaus gut gehen. Und dem Maurer Hansl auch.

Bürgermeister Dr. Franz würdigte in seiner Ansprache die Leistungen des Vereins. „Für unsere Almwirtschaft seid ihr unverzichtbar. Nach dem Wegfall des Schafbades in Obermieming erspart uns die Qualitätseinrichtung in Fiecht den weiten Weg in die Nachbargemeinden.“

Unter den Gästen sahen wir u.a. auch Vize-Bürgermeister Martin Kapeller, Substanzverwalter der Seeben- und Hochfeldernalm für die Gemeinde Mieming.

Vor der Zeremonie gedachten alle dem verstorbenen Franz Jordan „Brecher“. „Wir werden den „Brecher-Franz“ nie vergessen. Er war und ist einer von uns“, sagte der Obmann im Gedenken an das Mieminger Urgestein der Almwirtschaft.

Fotos: Knut Kuckel

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Letzter Schafergruß an Franz Jordan „Brecher“ https://www.miemingeralmen.tirol/2018/03/10/letzter-schafergruss-an-franz-jordan-brecher/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=letzter-schafergruss-an-franz-jordan-brecher https://www.miemingeralmen.tirol/2018/03/10/letzter-schafergruss-an-franz-jordan-brecher/#respond Sat, 10 Mar 2018 12:20:37 +0000 https://www.miemingeralmen.tirol/?p=13457 „Mit einem letzten Schafergruß“ verabschiedet sich der Schafzuchtverein Barwies von seinem langjährigen Mitglied Franz Jordan „Brecher“. Am 25. Februar 2018 hat uns leider die traurige Nachricht erreicht, dass unser Mitglied, Züchter und jahrelanger Kassier des Schafzuchtvereins Barwies – uns für immer verlassen hat.

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Franz wurde am 27. Juni 1953 als Zweiter von vier Kindern geboren und verbrachte seine Kindheit auf dem elterlichen „Brecherhof“ in Axams.

Die Schafe und Rinder waren für Franz sein ein und alles und er hat sich das Hirt und Wirt sein, zu seinem Beruf gemacht. Im Jahre 1989 heiratete er seine liebevolle und fürsorgliche Frau Herta und übernahm das „Stoanerne Hüttl“ im Gaistal/Wettersteingebirge. Einen Besuch im Sommer beim Franz und der Herta war für jeden ein Pflichttermin.

Leider mussten Franz und Herta das „Stoanerne Hüttl“ 2004 – nach 18 Jahren – aus Krankheitsgründen aufgeben. Die Leidenschaft zu seinen Schafen hat der Franz und seine Herta nie aufgegeben und sie haben bis zu letzt, in ihrem Stall Tiroler Bergschafe gezüchtet.

Lieber Franz, Du wirst stets in unserer Mitte sein und wir werden dich nie vergessen!

Quelle: Mieminger Dorfzeitung, 15. März 2018

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